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SPD-Ortsverein Wehrda übergibt "Dokumentation über das Schicksal jüdischer Menschen in Wehrda"

Geschichtswerkstatt erinnert an Ermordung der Juden

Artikel aus der "Marburger Neuen Zeitung", vom 11.09.2007

Marburg. (soh). Mit einer Informationsveranstaltung im Hotel Waldecker Hof hat die Marburger Geschichtswerkstatt an die Verschleppung von Marburger Juden in die Konzentrationslager während der Nazi-Zeit erinnert.

Die Veranstaltung fand im Zusammenhang mit der Gedenkfeier statt, die regelmäßig am 6. September, dem Jahrestag der letzten Deportationen, auf dem Hauptbahnhof stattfindet. Im Waldecker Hof überreichte der Marburger Dieter Woischke im Nahmen des SPD-Ortsverbands Wehrda eine "Dokumentation über das Schicksal jüdischer Menschen in Wehrda" an Vertreter der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, der jüdischen Gemeinde sowie der Geschichtswerkstatt. Diese Dokumentation ist entstand, nachdem die SPD im Juni dieses Jahres an dem ehemaligen Haus der jüdischen Familie Hess eine Gedenktafel aufgestellt hatte. In der 23-seitigen Schrift hat Woischke zusammen mit Horst Lehnert die Geschichten der drei jüdischen Familien dokumentiert, die bis zum Beginn des Nationalsozialismus in Wehrda lebten.Schicksale von drei Familien Es waren die Familie Buxbaum, Familie Stern und Familie Hess. Fotos und Schriftstücke informieren über ihr Leben im Dorf und schildern die Maßnahmen der Nationalsozialisten zur Isolation jüdischer Bürger. Bis Juli 1938 verließen alle jüdischen Wehrdaer ihre Heimat, am 28. des Monats gab der Gendarmeriemeister bekannt, Wehrda sei "judenfrei".

Einen Vortrag über die Situation der Rauschenberger Juden in der Nazizeit gab der Rauschenberger Pfarrer Gernot Schulze-Wegener. Er berichtete auch über das Leben seines Vor-Vor-Gängers Franz Berthoud, der von 1930 und 1956 Pfarrer in der Gemeinde war. Nicht selten sei Berthoud zwischen Anpassung und Widerstand hin- und hergerissen gewesen. Schulze-Wegener erzählte zum Beispiel von den Problemen, die Berthoud mit den Mitgliedern seines Kirchenvorstandes bekommen habe, weil er einen im Sterben liegenden Juden aus dem Dorf auf seinem Weg begleitet habe.

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