Geschichtswerkstatt Marburg e.V.    Forschung für Regional- und Alltagsgeschichte

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Gedenkveranstaltung

Veranstaltung: Gedenkveranstaltung zur Deportation der jüdischen Marburgerinnen und Marburger

Zeit: Dienstag, 6. September 2022, 19.10 Uhr

Ort: auf dem Gelände des Kulturzentrums Waggonhalle, Rudolf-Bultmann-Str. 2, Marburg
Aufgrund von Bauarbeiten kann die Veranstaltung nicht mehr am letztjährigen Platz stattfinden.

Veranstalter: Geschichtswerkstatt Marburg e.V.

Ausschnitt aus dem Gedenkband zur Erinnerung an die Deportierten am Marburger Bahnhof

Seit 2002 erinnert die Geschichtswerkstatt Marburg durch eine Gedenkstunde an die drei Deportationen von Juden vom Marburger Bahnhof aus – nach Riga, nach Sobibor, nach Theresienstadt.

Am 6. September 2022 jährt sich die dritte Deportation nach Theresienstadt zum 80. Mal.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Vertreter der Religionsgemeinschaften werden an dem Gedenken teilnehmen und einen kurzen Redebeitrag halten. Schülerinnen begleiten die Veranstaltung musikalisch und verlesen die Namen der Deportierten. Auch in diesem Jahr werden wieder Angehörige aus Israel anwesend sein.

Wir laden dazu sehr herzlich ein!

Kontakt:
Elisabeth Auernheimer, 1.Vorsitzende der Geschichtswerkstatt Marburg e.V.
geschichtswerkstatt-marburg@web.de

 


 

Buchvorstellung

Veranstaltung: Buchvorstellung: Das Hochzeitsfoto – Eine hessische Familiengeschichte. Nacherzählt von Barbara Wagner, Geschichtswerkstatt Marburg e.V.

Zeit: Mittwoch, 7. September 2022, 17h

Ort: Gymnasium Philippinum "Kultidrom", Leopold-Lucas-Str. 18, 35037 Marburg

Veranstalter: Geschichtswerkstatt Marburg e.V.

Das Hochzeitsbild war der Ausgangspunkt.

Im September vor genau 11 Jahren hatte Barbara Wagner von der Marburger Geschichtswerkstatt ihr erstes „Blind-Date“ mit der Familie Nathan. Treffpunkt war der Aufzug im Parkhaus im Pilgrimstein. Familie Nathan aus Israel – Gad Nathan mit seinem Sohn Boaz, seine Schwester Ruth Kastner mit ihrem Ehemann Rafael, standen an der besprochenen Stelle und schauten der Marburgerin erwartungsvoll und mit viel Herzlichkeit entgegen. Die gegenseitige Sympathie war sofort da. Die Familie Nathan wollte endlich die Familiengeschichte der 1937 aus Deutschland geflüchteten Eltern erforschen. Theo Nathan aus Lohra und Blanka Nathan geb. Plaut aus Merzhausen waren vor einigen Jahren verstorben. Sie hatten sich bei den Erzählungen immer sehr zurück gehalten. Zu tief saß der Schmerz über die Verfolgung der Juden und Jüdinnen, der Schmerz über die in der Shoa ermordeten Angehörigen wie die Eltern von Theo Nathan und weitere zahlreiche nahe und entferntere Verwandte.

Auf die Deutschlandreise hatten sie das Hochzeitsfoto der Eltern mitgenommen, das noch in Marburg aufgenommen worden war. Längst nicht alle abgebildeten Personen waren den Nachkommen bekannt. Besonders interessierte sie natürlich, wo das Foto aufgenommen wurde. Den Ort ausfindig zu machen und möglichst viele Personen vom Foto zu identifizieren und deren Schicksal zu beleuchten, war dann die nur zu gerne übernommene Aufgabe der Geschichtswerkstatt Marburg.

Die Recherchen sind nun in einem Buch dokumentiert worden. Aus der weit verzweigten Familie, die in der ganzen Welt lebt, wurden zahlreiche interessante Familienfotos beigesteuert.

Das Buch in der englischen und deutschen Version

 


 

Theater

Veranstaltung: "Wir werden durchnässt bis auf die Herzhaut"

Zeit: Premiere: Dienstag, 6. September 2022, 20.00 Uhr

Ort: TNT, Theater neben dem Turm, Afföllerwiesen 3a, 35039 Marburg

Weitere Aufführungen: Mi. 7. / Fr. 9. / Sa. 10. September, 20.00 Uhr und So. 11. September 17.00 Uhr

Tickets: www.theaternebendemturm.de / 06421-62582 (16 / 10 Euro)

Innerhalb von knapp neun Monaten, zwischen dem 8. Dezember 1941 und dem 6. September 1942 wurden alle noch in Marburg und dem Landkreis Marburg lebenden Jüdinnen und Juden in Ghettos und Vernichtungslager im Osten deportiert.

Die Transporte führten zuerst in das Sammellager in Kassel und von dort im Dezember 1941 nach Riga, im Juni 1942 nach Lublin und Sobibor und im September 1942 nach Theresienstadt. Nur ganz wenige der Deportierten überlebten.

Am 6. September 2022 jährt sich die dritte Deportation zum 80. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das TNT (Theater neben dem Turm) im Rahmen von Marburg800 die Inszenierung "Wir werden durchnässt bis auf die Herzhaut".

Materialien und Recherchen der Marburger Geschichtswerkstatt, die Listen mit den Namen der Deportierten aus dem Marburger Raum und umfangreiche eigene Recherchen dienten dem Theaterensemble des TNT als Ausgangspunkt für eine Spurensuche.

"Wir werden durchnässt bis auf die Herzhaut" ist ein Abend über die Möglichkeiten und Grenzen der Vorstellungskraft, ein Abend über Erinnerung, ein Abend über die Frage nach dem "Wie" und dem "Woran".

Was stellen wir uns vor, wenn wir uns vorstellen, wie es gewesen sein könnte? Da ist das kleine Mädchen, dem man alle seine Kleidchen übereinander anzieht. Mitten im Sommer.

Und der stolze Junge vor dem Schaufenster der Metzgerei.

Da ist die Liebe einer jungen Frau, die mit 17 Jahren ihr letztes Gedicht schreibt.

Und der Büstenhalter, den man sich aus dem überflüssigen Stoff einer viel zu großen Hose machen kann.

Da ist der gutaussehende Mann mit dem Stab und den weißen Handschuhen auf dem LKW.

Und die Tannenzweige links und rechts der Himmelsstraße.

Und wie heißt es in den Briefen die aus dem Zugfenster geworfen werden: "Noch sind wir nicht am Ziele angelangt und wissen nicht, wie es heißt und wo es ist, aber wir fahren gen Osten der Sonne entgegen."

"Ach, ich hab sie fortziehen sehen."

Text & Inszenierung: Rolf Michenfelder
Mit: Steffi Tauber / Sarah Timm / Carlos Franke / Rolf Michenfelder
Technik: Siggi Ulm

 


 

Regelmäßige Mitgliederversammlungen ...

Bis auf weiteres finden in der Geschichtswerkstatt keine Versammlungen oder Veranstaltungen statt.

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