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Gedenkplatten

"Stolpersteine" erinnern an deportierte Juden

Artikel aus der "Oberhessischen Presse", vom 06.03.2007

Marburg. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte zum dritten Mal "Stolpersteine" in Marburg. Seit 1995 setzt er diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser von Opfern des Nationalsozialismus.

von Ina Lüdtke


Schüler der Elisabethschule begleiteten die Setzung der "Stolpersteine" und referierten über die Opfer. Fotos: Lüdtke

Am Donnerstag setzte der Künstler an insgesamt vier Orten weitere "Stolpersteine": Im Steinweg zementierte er zwei von insgesamt zwölf "Stolpersteinen" in das Kopfsteinpflaster ein. Vor Hausnummer zwölf wird nun Gerson und Selma Isenberg gedacht. In der Bahnhofstraße zehn lebte Dina Goldine Lucas. Ein neuer "Stolperstein" in der Wilhelmstraße Nummer 3 weist auf Hedwig Jahnow hin, in der Mainzer Gasse 25 wird Heinrich Fröhlich gedacht.

Auf den Platten sind Name, Geburtsjahr, Tag der Deportation und das Todesdatum eingraviert. Durch die Steine soll die Erinnerung an die Ermordeten aufrechterhalten werden. "Das Gedenken an die Opfer wird durch diese Steine lebendig", sagte Demnig.

Acht Schüler des Ethik-Kurses der zehnten Klasse der Elisabethschule in Marburg informierten sich im Vorfeld über die Betroffenen. Bei der Einweihung der Steine berichteten sie über deren Leben und Ermordung im Nationalsozialismus. "Man setzt sich mit deren Schicksal auseinander", sagte die 15-jährige Ivette Maly.

Der Arbeitskreis "Stolpersteine" und der Verein Geschichtswerkstatt Marburg betreuen das Projekt, das seit November läuft. Die Kosten für die "Stolpersteine" haben verschiedene Paten übernommen. Insgesamt sollen 200 Steine in Marburg verlegt werden.


Die beiden "Stolpersteine" auf dem Bürgersteig im Steinweg.

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