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Stolpersteine - Steine gegen das Vergessen

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Familie Pfifferling


Für Salomo und Selma Pfifferling.


Das Haus in der Heusingerstraße 1.

Die Steine wurden verlegt am 16.11.2006.

HIER WOHNTE
SALOMO PFIFFERLING
JG. 1882
DEPORTIERT 1941
RIGA
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

HIER WOHNTE
SELMA PFIFFERLING
GEB. REHBOCK
JG. 1881
DEPORTIERT 1941
RIGA
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

 


Salomo Pfifferling als junger Kantor und Lehrer 1911 in Aurich.
Foto: Privatbesitz Margot Weil

Salomo Pfifferling - in einigen Dokumenten auch Salomon - wurde am 8.2.1882 in Datterode, Kreis Eschwege geboren. 1903 bestand Salomo Pfifferling die Lehrerprüfungen und arbeitete in Leipzig, Lübeck und Aurich. Seine Frau Selma geb. Rehbock, wurde am 27.5.1881 in Eisenach geboren. Das Ehepaar hatte eine Tochter: Margot, die am 5.8.1913 in Aurich zur Welt kam. Salomo Pfifferling nahm am Ersten Weltkrieg teil und kehrte 1918 als Kriegsverletzter wieder zurück. Ab November 1919 war er Lehrer an der einklassigen jüdischen Schule in Marburg. Er war Kantor im Gottesdienst und vertrat auch gelegentlich den Rabbiner. Salomo Pfifferling und seine Familie, die seit März 1919 in der Heusingerstraße l wohnte, war sehr gläubig. Im Jahre 1933 wurde die jüdische Schule, die nie ein eigenes Schulgebäude besessen hatte, geschlossen und der Unterricht fand seit August 1934 in der Synagoge statt. In der Reichspogromnacht am 9.11.1938 wurde diese jedoch von den SA-Brigaden niedergebrannt.

Am 11.11.1938 wurde Salomo Pfifferling "zu seiner persönlichen Sicherheit" - wie die Stadtverwaltung dem Kreisschulrat mitteilte - verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Einige Monate später wurde er wieder entlassen. Sofort danach versuchte er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln eine Wiedereröffnung der jüdischen Schule zu erreichen, was ihm zeitweise gelang. Die endgültige Schließung der Schule erfolgte dann aber am l.10.1940. Am 8.12.1941 wurde das Ehepaar Pfifferling in das Ghetto von Riga deportiert und im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Die Tochter Margot war 1933 schon nach Frankreich emigriert, weil sie in Deutschland für sich keine Berufs- und Lebensperspektive sah und sie überlebte den Holocaust.

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